Warum ein Loch selten durch einen Schlag verloren geht – und wie Sie Double Bogeys vermeiden

Michel Monnard

Michel Monnard

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2026-05-05

Viele Golfer glauben, dass ein schlechtes Loch durch einen einzigen misslungenen Schlag entsteht. In der Praxis ist es fast immer anders.

Ein Double Bogey im Golf entsteht auf unterschiedliche Weise. Ein Strafschlag ist die offensichtlichste Ursache. Viel häufiger sind es jedoch kleine, kaum sichtbare Fehler, die sich zu einer Fehlerkette entwickeln.

Wenn Sie lernen, Double Bogeys im Golf zu vermeiden, verbessern Sie Ihren Score oft schneller als durch reines Techniktraining.

Der Grund ist einfach: Große Fehler haben den größten Einfluss auf das Ergebnis.

Die Frage ist also nicht, wie Sie perfekte Schläge machen. Die Grundlage dafür finden Sie in unserem Artikel zur Golf Strategie, der die wichtigsten Entscheidungsprinzipien erklärt.

Der entscheidende Unterschied: Reaktion statt Schlag

Gute Spieler vermeiden Fehler nicht komplett. Aber sie vermeiden, dass ein Fehler eskaliert.

Sie stellen sich eine einfache Frage:

Wie sieht mein schlechtester Schlag aus – und ist er noch spielbar?

Genau diese Denkweise ist ein zentraler Bestandteil unseres Strategy Lab, in dem wir Entscheidungen im Golf systematisch aufbauen.

Beispiel 1: Fairwaybunker – Angriff oder Kontrolle?

Golferin im Fairwaybunker mit schwierigem Schlag zum Grün, strategische Entscheidung zwischen Risiko und sicherem Lay-up zur Vermeidung von hohen Scores.

Ein Schlag aus dem Fairwaybunker wirkt oft einfacher als er ist. Viele Spieler versuchen hier den perfekten Schlag und greifen das Grün direkt an.

Das Problem: Wenn der Ball nicht sauber getroffen wird, landet er oft hinter dem Grün oder in der nächsten schwierigen Lage.

Die bessere Frage ist nicht, ob Sie das Grün erreichen können. Entscheidend ist, was passiert, wenn der Schlag nicht perfekt gelingt.

Eine kontrollierte Entscheidung bringt den Ball zurück ins Spiel und hält das Loch stabil. Ein Angriff kann das Loch sofort zerstören.

Beispiel 2: Semirough unter dem Baum – die klassische Falle

Golferin im Semirough unter einem Baum mit eingeschränktem Schwung, schwierige Entscheidung zwischen Risiko und kontrolliertem Befreiungsschlag.

Hier entsteht oft die Versuchung, mehr aus der Situation zu machen, als möglich ist.

Der Schläger kann im Gras hängen bleiben, das Schlägerblatt schließt und der Ball geht unkontrolliert nach links.

Das ist teilweise ein Technikproblem, aber vor allem ein Entscheidungsproblem.

Die richtige Lösung ist ein kontrollierter Schlag zurück ins Spiel. Ziel ist nicht der perfekte Schlag, sondern das Verhindern des nächsten Fehlers.

Beispiel 3: Der zweite Fehler ist entscheidend

Golferin bereitet sich im Fairwaybunker auf den Schlag vor, typische Situation nach einem Fehler mit hoher Entscheidungsrelevanz.

Die meisten Double Bogeys entstehen nicht durch den ersten Fehler, sondern durch die Reaktion darauf.

Nach einem schlechten Schlag wird oft zu viel Risiko genommen, um das Loch noch zu retten.

Genau hier beginnt die Fehlerkette. Warum solche Fehlerketten entstehen und wie sie sich auf den Score auswirken, erklären wir detailliert im Beitrag zu typischen Golf Strategie Fehlern.

Gute Spieler akzeptieren die Situation und treffen eine Entscheidung, die das Loch stabilisiert.

Beispiel 4: Schwierige Lage – Realität akzeptieren

Golferin mit schwieriger Balllage im Rough, eingeschränkter Rückschwung durch hohes Gras, Fokus auf kontrollierten Schlag zurück ins Spiel.

Wenn der Rückschwung eingeschränkt ist, entsteht schnell ein schlechter Treffpunkt.

Wer hier versucht, einen normalen Schlag zu spielen, produziert oft den nächsten Fehler.

Die bessere Entscheidung ist, die Situation zu akzeptieren und eine an die Situation angepasste Lösung zu wählen.

Im Unterricht reden wir dann darüber, wie man das Setup anpasst um so einen Schläger in solchen Situationen praktischer einsetzen zu können.

Technik unterstützt die Entscheidung

Technik hilft, Entscheidungen besser umzusetzen. Aber sie ersetzt keine Strategie.

Ein stabiler Treffpunkt, kontrollierte Bewegungen und angepasste Schwünge reduzieren die Streuung und machen Entscheidungen verlässlicher.

Pitch: Kontrolle statt Handgelenk

Golferin beim Pitch mit kontrollierter Bewegung und reduziertem Einsatz der Handgelenke zur Verbesserung der Treffpunktqualität.

Weniger Handgelenk im Pitch führt zu stabileren Treffpunkten und weniger Variation. Ziel ist eine wiederholbare Bewegung.

Hanglage: Ball tiefer als die Füße

Golfer in Hanglage mit Ball unterhalb der Füße im Semirough, anspruchsvolle Situation mit Einfluss auf Ballflug und Treffpunkt.

In dieser Lage kann sich der Ballflug verändern. Das Semirough kann das Schlägerblatt schließen, die Hanglage hat ebenfalls Auswirkungen – das typische Schlagmuster des Golfers bringt eine zusätzliche Unsicherheit in die Situation. Wer diese Faktoren weder kennt noch einplant, produziert schnell den nächsten Fehler.

Ball im Semirough und an einer Hanglage: Steiler zum Ball

Golfer im Rückschwung mit einem langen Eisen, Fokus auf steilere Schwungebene zur Verbesserung des Ballkontakts.

Ein steilerer Schwung erleichtert den direkten Ballkontakt, besonders bei Semirough-Lage. Ziel ist es im Training die involvierten Bereiche kennenzulernen, deren Auswirkung kontrollieren zu können sowie strategische Informationen in die Kalkulation einzubeziehen (wo sind die Probleme, welcher Schläger fliegt wie weit aus dem Semirough). Manchmal ist natürlich ein sauberer Treffpunkt wichtiger als maximale Länge.

All das muss ein Golfer lernen in den Schlag einzuplanen.

Die wichtigste Erkenntnis

Ein Double Bogey entsteht auf unterschiedliche Weise. Manchmal ist ein Strafschlag die klare Ursache. Häufiger sind es jedoch kleine, kaum sichtbare Fehler, die sich zu einer Fehlerkette entwickeln.

Gute Spieler vermeiden Fehler nicht komplett. Sie begrenzen die Folgen.

Wenn Sie lernen, Situationen richtig einzuschätzen und bewusst zu entscheiden, werden Sie automatisch stabilere Scores spielen.

Golf ist kein Spiel der perfekten Schläge. Es ist ein Spiel der richtigen Entscheidungen.

Genau hier setzt unser Strategy Lab an. Es hilft Golfern, Situationen klar zu lesen, Entscheidungen bewusst zu treffen und Fehlerketten früh zu stoppen.

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