Viele Golfer trainieren regelmäßig und haben trotzdem das Gefühl, nicht wirklich besser zu werden. Der Grund liegt oft nicht im Aufwand, sondern in der Art des Golf Trainings.
Hier sind drei echte Situationen von heute aus unserem Golf Training auf Mallorca, die zeigen, worauf es im Golfunterricht wirklich ankommt – und warum kleine Veränderungen große Unterschiede machen können.
Beispiel aus einer Golf Trainingseinheit auf Capdepera Golf
Treffpunkt-Training – warum viele Golfer hier stagnieren

In dieser Einheit haben zwei Golfer mit Handicap 15 und 17.2 an ihrem Treffpunkt gearbeitet. Ziel war es, den Ball sauberer zu treffen und den Kontakt zu stabilisieren.
Wir konzentrieren uns dabei bewusst auf die vertikale Schwungebene des Schlägerblatts und darauf, zuerst den Ball und erst danach den Boden zu treffen.
Diese Form des Trainings gehört zur technischen Phase. Deshalb arbeiten wir mit mehreren Bällen aus der gleichen Situation, teilweise auch ohne klares Ziel. Es geht nicht um Ergebnis, sondern um Gefühl, Wiederholung und Kontrolle.
Viele Golfer überspringen genau diesen Schritt und wechseln zu früh ins Spielen. Das führt dazu, dass Fehler bestehen bleiben und sich im Spiel verstärken.
Transfer Training – wenn Technik plötzlich funktionieren muss

Nach dem Techniktraining haben wir die nächste Phase eingeleitet: Transfer Training aus unserem Practice Lab. Ziel war es, den verbesserten Treffpunkt direkt in eine Spielsituation zu übertragen.
Die Aufgabe war bewusst anspruchsvoll – gerade weil die Golfer mit Handicap 15 und 17.2 bereits ein solides Spielniveau haben. Die Golfer mussten gleichzeitig drei Dinge lösen:
- Sauberer Ballkontakt (Treffpunkt stabil halten)
- Den Landepunkt treffen (1.5 m und 3 m Flugdistanz)
- Mit wechselnden Schlägern arbeiten (vom Lob Wedge bis zum Eisen 6)

Jeder Schläger wurde dokumentiert. Die Golfer mussten festhalten, wie viele Versuche sie benötigen, um den Landepunkt zu treffen. Dadurch entsteht automatisch ein anderer Fokus als im reinen Techniktraining.
Was vorher isoliert trainiert wurde, muss hier unter Druck, mit Ziel und wechselnden Anforderungen funktionieren.
Was diese Übung sichtbar gemacht hat

- Konzentration verändert Verhalten
Im ersten Umlauf haben wir die Golfer bewusst näher beieinander stehen lassen, um zu sehen, ob sie die nötige Konzentration halten können. Das hat nicht funktioniert. Es wurde viel gesprochen, der Fokus war schnell weg und die Qualität der Schläge entsprechend unkonstant. Nach dem ersten Durchgang haben wir das Thema bewusst angesprochen. Die Golfer haben selbst erkannt, dass sie mehr Abstand brauchen, um sich besser zu konzentrieren. Im zweiten Umlauf standen sie weiter auseinander. Die Resultate waren deutlich besser. Ob das an der höheren Konzentration lag oder daran, dass die Übung durch den ersten Durchgang verständlicher wurde, ist schwer zu trennen – wahrscheinlich war es die Kombination aus beidem.
- Druck erzeugt echte Qualität
Die Situation verlangt Ehrgeiz und Präsenz. Plötzlich zählt jeder Schlag. - Wettkampf verändert das Training
Der Verlierer putzt die Schläger des Gewinners. Konsequenzen: ein kleines Detail mit großer Wirkung. - Treffpunkt bleibt die Grundlage
Ohne sauberen Kontakt ist keine Distanzkontrolle möglich. - Konstante Schwunglänge bringt Kontrolle
Gerade bei kurzen Distanzen (1.5 m und 3 m) hilft eine gleichmäßige Rück- und Durchschwunglänge. - Beschleunigung statt „Schlagen“
Die Golfer beschrieben das Gefühl als weich und gleichmäßig. Genau das führt zu besseren Ergebnissen.

Genau hier entsteht Fortschritt im Golf: wenn Technik nicht nur verstanden, sondern unter realen Bedingungen angewendet werden muss.
Kleingruppen im Golf Training – wo echter Fortschritt entsteht

Das Bild zeigt zwei völlig unterschiedliche Trainingssituationen. Im Hintergrund arbeitet ein Golflehrer mit einer größeren Gruppe. Im Vordergrund trainieren zwei unserer Golfschüler im Rahmen eines Zweierkurses.
Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern in der Aufmerksamkeit. In kleinen Gruppen erhält jeder Golfer kontinuierliches Feedback, kann Fragen stellen und direkt an seinen eigenen Themen arbeiten.
In größeren Gruppen entsteht zwangsläufig Wartezeit. Viele Golfer verbringen mehr Zeit mit Zuschauen als mit eigenem Training.
Unsere Erfahrung zeigt: Je kleiner die Gruppe, desto schneller entsteht ein Gefühl für Bewegung, Ballkontakt und Spielabläufe.
Unsere Kurse finden in der Regel in Zweiergruppen statt. Auf Wunsch sind Gruppen bis maximal vier Personen möglich. Damit bleiben wir bewusst deutlich unter den üblichen Gruppengrößen vieler Anbieter.
Golf Training auf dem Platz – warum Transfer entscheidend ist
Entscheidungen auf dem Platz – wenn Wissen fehlt, wird es riskant
Beispiel aus einer Spielsituation auf dem Golfplatz

In dieser Situation lag der Ball im Semirough. Die Golferin entschied sich für ein Hybrid und wollte den Ball in eine schmale, gefährliche Zone spielen.
Ihr Kommentar vor dem Schlag war bezeichnend: „Ich nehme das Hybrid, das fliegt ja nicht so weit – hoffe ich.“
Genau hier liegt das Problem. Die Entscheidung basierte nicht auf klaren Distanzen, sondern auf Gefühl und Hoffnung.
Das Ziel lag zwischen zwei Bunkern, direkt in Richtung Waldrand. Der kleinste Fehler nach links hätte zu einem Ballverlust geführt.
Was in dieser Situation gefehlt hat
- Klare Distanzkenntnis
Wie weit fliegt ein Hybrid wirklich? Und wie viel rollt der Ball danach noch aus? - Vorbereitung vor dem Schlag
Die Entscheidung sollte bereits auf dem Weg zum Ball getroffen werden – nicht erst im Stand. - Risikobewusstsein
Ein Schlag ist nur dann sinnvoll, wenn auch ein normaler Fehler noch spielbar bleibt.
Golf ist kein Spiel des „Hoffens“. Gute Entscheidungen basieren auf Information: GPS, Laser, eigene Distanzen und ein klares Verständnis für Streuung und Ausrollen.

Angriff ist nur dann sinnvoll, wenn auch ein normaler Fehler noch spielbar bleibt.
Genau hier beginnt strategisches Golf. Entscheidungen werden vor dem Schlag getroffen.
Genau das trainieren wir im Strategy Lab. Nicht einfach draufschlagen, sondern verstehen, welche Optionen wirklich sinnvoll sind.
Technik allein reicht im Golf nicht aus. Entscheidend ist, ob ein Golfer das Gelernte auf dem Platz umsetzen kann.
Deshalb integrieren wir bewusst Spielsituationen früh in den Unterricht. Entscheidungen, Spieltempo, Routinen und der Umgang mit Druck lassen sich nur im echten Spiel entwickeln.
Viele Probleme entstehen nicht durch fehlende Technik, sondern durch falsche Entscheidungen oder fehlende Erfahrung in Spielsituationen.
Genau hier entsteht der Transfer – und damit der Unterschied zwischen Training und Spiel.

Diese Beispiele zeigen: Es geht nicht darum, wie viel Sie trainieren, sondern wie Sie trainieren.
Klare Struktur, persönliche Betreuung und der richtige Wechsel zwischen Technik und Spiel sind entscheidend, um Fortschritte sichtbar zu machen.
Genau darauf bauen wir unseren Unterricht auf.
Fortschritt im Golf entsteht nicht durch mehr Training, sondern durch besser strukturierte Lernprozesse – genau daran arbeiten wir, Michel Monnard und Tobias Widmer, jeden Tag mit unseren Golfern.









