Warum wir unsere Platzreifegolfer die Scorekarte selbst führen lassen

Michel Monnard

Michel Monnard

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26/07/2026

Platzreife-Golferin plant auf Capdepera Golf einen flachen Befreiungsschlag unter einem Baum in Richtung einer sicheren Spielfläche.

Während der ersten verkürzten Platzrunde (5-6 Löcher) herrscht ab und zu ein wenig Chaos.

Der Ball muss gespielt werden. Die Reihenfolge auf dem Platz will gelernt sein. Gleichzeitig muss Rücksicht auf die Mitspieler sowie auf die Golfer vor und hinter der eigenen Gruppe genommen werden. Stableford-Punkte werden gezählt, die Scorekarte muss korrekt geführt werden und der Golfer versucht, sich weiterhin auf den eigenen Schlag und seine Spielstrategie zu konzentrieren.

Dazu kommen Etikette und eine angemessene Spielgeschwindigkeit, damit der Spielfluss auf dem gesamten Golfplatz erhalten bleibt.

Viele Golflehrer übernehmen in dieser Situation die Scorekarte, um ihre Schüler zu entlasten.

Wir machen bewusst das Gegenteil.

Denn wir möchten nicht nur, dass unsere Teilnehmer die Platzreife bestehen. Wir möchten, dass sie den Golfplatz als selbstständige Golfer verlassen.

Eine Platzreife besteht aus mehr als guten Golfschlägen

Viele Menschen verbinden die Platzreife hauptsächlich mit der Technik des Golfschwungs.

Natürlich muss ein Golfer lernen, den Ball ausreichend sicher zu schlagen. Doch das allein reicht nicht aus.

Zur Platzreife gehören ebenso Fähigkeiten wie:

  • die Scorekarte korrekt führen,
  • Stableford-Punkte berechnen,
  • die Schläge des Mitspielers mitzählen,
  • die Spielreihenfolge verstehen,
  • Regeln in realen Spielsituationen anwenden,
  • Ready Golf umsetzen,
  • Rücksicht auf andere Spieler nehmen,
  • eine angemessene Spielgeschwindigkeit einhalten,
  • und den Überblick über die gesamte Runde behalten.

Gleichzeitig muss der Golfer weiterhin Entscheidungen über Schlägerwahl, Zielzonen, Risiko und Spielstrategie treffen.

Erst das Zusammenspiel dieser Aufgaben macht aus einem Anfänger einen selbstständigen Golfer.

Eine Fähigkeit entsteht nicht dadurch, dass sie abgenommen wird

Golferin trägt während ihrer ersten Platzreife-Runde auf Capdepera Golf die Ergebnisse für sich und ihren Golflehrer in die Scorekarte ein.

Gerade am ersten Tag kostet das Führen der Scorekarte viel Konzentration.

Viele Neugolfer verlieren beim Zählen den Überblick. Andere vergessen, wann ein Ergebnis eingetragen werden muss, zählen die Schläge des Mitspielers nicht zuverlässig mit oder sind unsicher, wie Stableford-Punkte berechnet werden.

Genau deshalb gehört diese Aufgabe in den Unterricht.

Eine Fähigkeit entsteht nicht dadurch, dass sie einem abgenommen wird. Sie entsteht dadurch, dass sie geübt wird.

Es wäre kurzfristig praktischer, wenn der Golflehrer die Scorekarte führen und möglichst viele organisatorische Aufgaben übernehmen würde. Der Schüler könnte sich dann stärker auf seine Schläge konzentrieren.

Langfristig würde ihm damit aber ein wichtiger Teil des Lernprozesses vorenthalten.

Denn spätestens nach dem Kurs muss der Golfer diese Aufgaben selbst übernehmen. Wenn er sie vorher nie unter Anleitung geübt hat, beginnt die Unsicherheit genau dann, wenn der Golflehrer nicht mehr danebensteht.

Im Golf Learning System verstehen wir Platzreife deshalb nicht als Prüfung, sondern als den Beginn einer selbstständigen Spielfähigkeit.

Fehler am Anfang gehören zum Lernprozess

Natürlich entsteht bei der ersten oder zweiten Runde manchmal etwas Chaos.

Golferin trägt während ihrer ersten Platzreife-Runde auf Capdepera Golf die Ergebnisse für sich und ihren Golflehrer in die Scorekarte ein.

Dann machen wir eine kurze Pause, besprechen die aufgetretenen Schwierigkeiten und ordnen die einzelnen Aufgaben neu.

Wo wird welches Ergebnis eingetragen?
Wann wird gezählt?
Wie werden die Schläge des Mitspielers kontrolliert?
Wann wird Stableford berechnet?
Wie bleibt die Gruppe trotzdem im Spielfluss?

Solche Fehler sind kein Zeichen dafür, dass der Golfer überfordert wird. Sie zeigen, welche Fähigkeiten noch aufgebaut werden müssen.

Unser Ziel ist nicht, Schwierigkeiten vor dem Schüler zu verstecken. Unser Ziel ist, ihm die Möglichkeit zu geben, sie unter Anleitung zu lösen.

Was am ersten Tag noch unübersichtlich wirkt, verändert sich bereits nach wenigen gemeinsamen Runden. Nach zwei oder drei Scorekarten entstehen feste Abläufe. Das Zählen, Eintragen und Kontrollieren wird zunehmend selbstverständlich.

Die Aufgabe ist nicht verschwunden.

Der Golfer hat eine Fähigkeit entwickelt.

Routine schafft mentale Freiheit

Der entscheidende Fortschritt besteht nicht nur darin, dass die Scorekarte am Ende korrekt ausgefüllt ist.

Sobald ihre Führung zur Routine geworden ist, muss der Golfer kaum noch bewusst darüber nachdenken. Dadurch wird mentale Kapazität frei.

Er kann sich stärker mit anderen Aufgaben beschäftigen:

  • der nächsten Spielsituation,
  • der passenden Schlägerwahl,
  • der Spielstrategie,
  • der Ausrichtung,
  • dem Risiko eines Schlages,
  • und der Vorbereitung auf die Ausführung.

Genau so funktioniert Lernen auf dem Golfplatz.

Eine zunächst anstrengende Aufgabe wird durch Wiederholung, Korrektur und Erfahrung zu einer normalen Fähigkeit. Erst dann kann der Golfer mehrere Anforderungen gleichzeitig kontrollieren, ohne dass jede einzelne Aufgabe seine gesamte Aufmerksamkeit beansprucht.

Nicht nur die Prüfung bestehen, sondern Golf spielen können

Golferin analysiert auf Capdepera Golf Mallorca eine schwierige Spielsituation zwischen zwei Palmen und plant eine sichere Schlaglösung im Rahmen der strategischen Schlagplanung.

Eine bestandene Platzreife ist deshalb für uns nicht das einzige Ziel.

Wir möchten, dass sich unsere Teilnehmer anschließend auf ihrem Heimatplatz zurechtfinden. Sie sollen ihre Runde selbst organisieren, ihre Scorekarte führen, Entscheidungen treffen und sich nicht verloren oder unvorbereitet fühlen.

Manche Platzreifekurse konzentrieren sich vor allem darauf, den Teilnehmer möglichst schnell auf den Golfplatz zu bringen.

Unser Ansatz ist ein anderer.

Wir möchten nicht nur erreichen, dass ein Teilnehmer spielen darf.

Wir möchten, dass er spielen kann.

Das bedeutet auch, dass der Spieler während des Kurses Aufgaben übernehmen muss, die am Anfang noch schwierig sind. Nur so können aus einzelnen Erfahrungen stabile Abläufe entstehen.

Was sich in den Wochen nach dem Kurs zeigt

Scorekarte einer Golferin mit 21 Stableford-Punkten auf den ersten neun Löchern wenige Wochen nach bestandener Platzreife.

Besonders deutlich wird der Wert dieser Ausbildung in den ersten Runden nach der Platzreife.

Die Golferin, die zwei Wochen zuvor ihre Platzreife bei uns bestanden hatte, spielte bereits eine Woche nach dem Kurs 20 Stableford-Punkte auf neun Löchern. Eine weitere Woche später folgten 21 Stableford-Punkte.

Die zweite Scorekarte dokumentiert diese 21 Punkte auf den ersten neun Löchern. 

Diese Ergebnisse sind nicht einfach nur zwei gute Runden.

Sie zeigen, dass sich der im Kurs aufgebaute Spielstand tatsächlich stabilisiert hat. Die Golferin konnte das Gelernte auch ohne den Golflehrer auf ihrem Heimatplatz anwenden und ihre Runde selbstständig bewältigen.

Natürlich hat auch sie noch viel zu lernen. Das gilt für jeden Golfer, unabhängig vom Handicap.

Der Unterschied besteht jedoch darin, mit welchem Gefühl ein Neugolfer nach dem Kurs auf den Platz geht.

Nicht:

Ich traue mich noch nicht. Ich weiß nicht genau, was ich machen muss. Hauptsache, ich darf möglichst schnell spielen.

Sondern:

Ich kenne die Abläufe. Ich kann meine Runde organisieren. Ich kann meine Schläge zählen, meine Scorekarte führen und mein Spiel weiterentwickeln.

Genau darin zeigt sich, ob ein Platzreifekurs nur eine Prüfung vorbereitet oder tatsächlich Golfer ausbildet.

Warum wir Verantwortung nicht mit Überforderung verwechseln

Junger Golfer freut sich nach einem erfolgreichen Putt auf dem Grün von Capdepera Golf Mallorca mit Blick auf die Hügel von Capdepera

Ein Schüler übernimmt nicht deshalb Aufgaben, weil der Golflehrer ihm weniger helfen möchte.

Das Gegenteil ist der Fall.

Die Aufgabe des Golflehrers besteht darin, den Lernprozess so zu organisieren, dass der Golfer neue Anforderungen erleben, Fehler machen, Rückmeldung erhalten und daraus Routinen entwickeln kann.

Verantwortung bedeutet deshalb nicht, den Anfänger allein zu lassen.

Sie bedeutet, ihn schrittweise in die Lage zu versetzen, Dinge selbst zu tun.

Entwicklung des Handicaps einer Golfschülerin von knapp 50 auf unter 40 innerhalb mehrerer Monate nach ihrer Platzreife.

Wie sich dieser Lernprozess weiterentwickeln kann, zeigt der Handicapverlauf einer Golfschülerin aus einem früheren Platzreifekurs dieses Jahres.

Innerhalb weniger Monate verbesserte sie ihr Handicap von knapp 54 auf unter 40.

Eine solche Entwicklung entsteht nicht durch eine einzelne gute Runde. Sie entsteht, wenn ein Neugolfer regelmäßig spielt, die Abläufe auf dem Golfplatz selbstständig bewältigt, Erfahrungen sammelt und aus den eigenen Entscheidungen lernt.

Genau dafür soll eine gute Platzreife die Grundlage schaffen: nicht nur für den ersten Eintrag im Handicap, sondern für eine langfristige golferische Entwicklung.

Dazu gehört auch, dass der Golflehrer nicht jede Schwierigkeit sofort beseitigt. Manche Herausforderungen müssen unter Anleitung erlebt werden, damit der Golfer später selbstständig mit ihnen umgehen kann.

Die Scorekarte ist dafür ein gutes Beispiel.

Am Anfang erzeugt sie zusätzlichen Stress. Nach mehreren Runden wird sie normal. Später gehört sie selbstverständlich zum Spiel.

Dass eine solche Grundlage auch nach dem Kurs trägt, zeigt die persönliche Rückmeldung der Golferin nach einer weiteren erfolgreichen Runde.

Sie schrieb rückblickend, sie habe mit ihrem Coach eine gute Basis erhalten. Genau das ist das Ziel: Der Unterricht soll nicht jede spätere Aufgabe lösen, sondern eine Grundlage schaffen, auf der der Golfer selbstständig weiterspielen, weiterlernen und sein Handicap entwickeln kann.

Aus Belastung wird Routine.

Aus Anleitung wird Selbstständigkeit.

Eine gute Platzreife bereitet auf das Golfleben danach vor

Golflehrer Michel und ein Schüler halten lachend die Scorekarte nach bestandener Platzreifeprüfung in der Golfschule Monnard.

Der Erfolg eines Platzreifekurses zeigt sich nicht nur am letzten Kurstag.

Er zeigt sich in den Wochen danach.

Kann der Golfer allein auf den Platz gehen?
Kann er seine Runde organisieren?
Kennt er die wichtigsten Abläufe?
Kann er seine Scorekarte führen?
Versteht er seine Stableford-Punkte?
Kann er trotz mehrerer Aufgaben weiterdenken und Entscheidungen treffen?

Wenn diese Fähigkeiten vorhanden sind, beginnt das eigentliche Golfleben nicht mit Unsicherheit, sondern mit einer belastbaren Grundlage, wie sie unser Golf Learning System Schritt für Schritt aufbaut.

Genau deshalb lassen wir unsere Platzreifegolfer ihre Scorekarte von Anfang an selbst führen.

Nicht, um den Kurs schwieriger zu machen.

Sondern damit sie später nicht nur eine bestandene Platzreife besitzen, sondern sich als richtige Golfer auf dem Platz bewegen können.

Monnard Widmer Coaching Insight Logo als grafisches Symbol für strategischen Golfunterricht und Unterrichtseinblicke

Monnard Widmer Coaching Insight

Eine gute Platzreife sorgt nicht nur dafür, dass Sie spielen dürfen. Sie bereitet Sie darauf vor, selbstständig spielen zu können.

Platzreife als Vorbereitung auf selbstständiges Golf

Emotionen im Platzreifekurs sind eine natürliche Sache.

Eine gute Platzreife endet für uns nicht mit einer bestandenen Prüfung. Entscheidend ist, dass neue Golfer lernen, ihre Runde selbst zu organisieren, Regeln und Abläufe anzuwenden, ihre Scorekarte zu führen und auf dem Golfplatz eigenständig Entscheidungen zu treffen.

In unserem Platzreife-Golfkurs auf Mallorca übernehmen die Teilnehmer diese Aufgaben deshalb von Anfang an schrittweise selbst. Ein wesentlicher Teil des Lernprozesses findet direkt auf dem Golfplatz statt, damit aus Anleitung nach und nach Routine und Selbstständigkeit entstehen.

Sie lernen dabei nicht nur, die Anforderungen einer Platzreife zu erfüllen. Sie lernen, wie eine Golfrunde tatsächlich funktioniert und wie Sie sich danach auch ohne Golflehrer sicherer und selbstständiger auf dem Platz bewegen können.

Diese Verbindung aus Fähigkeitsentwicklung, realer Spielerfahrung und zunehmender Selbstständigkeit ist ein Grundprinzip unseres Golf Learning Systems.

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